Weiltalbahn

Gegenrede und Alternativantrag

 

1. Antwort der Stadtverordneten Renate Michel von Bündnis 90/DIE GRÜNEN auf den Antrag der SPD-Fraktion zur Reaktivierung der Weiltalbahn von Weilburg nach Grävenwiesbach im August 2018.

Begrüßung…
Dieser Antrag der SPD ist auf der einen Seite positiv, er beschäftigt sich mit der bestehenden Pendlerproblematik von Weilburg ins Rhein-Main-Gebiet: Staus auf der Saalburg, Verspätungen der Bahn auf der Strecke Limburg-Frankfurt… Diese Problematik möchte ich nicht weiter erörtern, sie ist vielen bekannt….

Warum kommt die SPD erst jetzt mit den Überlegungen einer Reaktivierung der Weiltalbahn?

Warum haben 2008 im Kreistag die Mehrheitsfaktionen von SPD und CDU beschlossen nicht aktiv zu werden in dieser Hinsicht? Der damalige Ausschussvorsitzende Christian Radkovsky, bezeichnete eine Reaktivierung der Weiltalbahn als nicht „effizient“ . Stattdessen sollten Expressbusse u.a. eingesetzt werden und das ist nicht passiert.

Nun die Idee der SPD diese Weiltalbahn zu reaktivieren, kurzfristig geht das nicht und ob es langfristig gelingt, das ist fraglich: Dazu eine kurze Chronologie der Weiltalbahn.

• Seit 1955 kein Sonntagsverkehr mehr auf dieser Strecke
• Seit 1969 – seit 50 Jahren – kein Personenverkehr mehr
• 1987 letzter Zug Weilburg-Freienfels, weiter ging es nicht – die Brücke in Essershausen war baufällig
• 1989 wurde der Kauf von der Bahn erwogen, aber nicht durchgeführt, da 6 Mill. DM für die Renovierung zu viel waren
• 1990 Rückbau: Brücken abgerissen, Tunnels zugemauert, Haus in die Nähe des Tunnels in Weilmünster gebaut.
• 2001 Radweg eingerichtet

Die Reaktivierung dieser tunnelreichen Strecke hieße:

– Machbarkeitsstudie
– Planungsbeschlüsse
– Planungsrechtlich ist nicht Weilburg sondern der Kreis LM-WEL zuständig
– Bau von Stellwerken, Tunneln, Gleisen, Rodungen
– Radfahrweg verlegen und so weiter 383 Mill setzt die Landesregierung 2016-2022 ein zur Verbesserung des Schienenverkehrs.

Mit unserem Alternativantrag wollen wir eine realistische, kurzfristige Entlastung der Pendlersituation erreichen.

Die eingesetzten „Expressbusse“ verdienen nicht diese Bezeichnung, davon fahren z.Z. morgens zwei: 5.30 Uhr, 6.30 Uhr. Sie brauchen 43 Minuten von Weilburg nach Grävenwiesbach. Der direkte Weg Weilburg-Grävenwiesbach dauert 20 min. Letztendlich braucht man insgesamt 2 Stunden von Weilburg über Grävenwiesbach nach Frankfurt.Die Zeit braucht man auch von Weilburg über Gießen oder Limburg nach Frankfurt.

Statt Millionen auszugeben für einen neuen Streckenbau mit Tunneln und Brücken im Weiltal – kann man auf Verbesserungen der Anbindung WEL-LM-Frankfurt und WEL-GIESSEN-Frankfurt hinarbeiten.

Momentan kommt es hier immer wieder zu Verzögerungen bei DB und HLB.

Es werden jetzt schon Expresszüge von der DB Regio Frankfurt-LM (1 Stunde) und LM-WEIL (25 min) eingesetzt. Aber da sie nicht aufeinander abgestimmt sind, bringen sie keine Zeitersparnis.

Alternativantrag BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Der Magistrat der Stadt Weilburg setzt sich unverzüglich mit den Verantwortlichen von DB Regio/RMV, HLB in Verbindung, um Expressbusse zwischen Weilburg-Grävenwiesbach einzusetzen, die diesen Namen verdienen.

Gleichzeitig wird mit DB Regio/HLB verhandelt, dass durch eine bessere Abstimmung der Expresszüge FRA-LM und LM-WEL eine kürzere Fahrzeit erreicht wird. Ausreichende Pendlerparkplätze sind vorhanden.

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