Grüne Sozialpolitik in Weilburg

Warum ist Sozialpolitik auch auf kommunaler Ebene sehr wichtig? Sie ist der Kitt für unsere Gesellschaft und regelt das Zusammenleben. Der Auftrag der Stadt Weilburg ergibt sich aus Artikel1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Das haben uns die Mütter[1] und Väter des Grundgesetzes aufgetragen.  Ein würdevolles Dasein impliziert die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, heißt Anerkennung durch andere, heißt mittendrin sein in der Gesellschaft, heißt Förderung sprachlicher Verständigung, heißt anders sein zu dürfen und heißt Selbstbestimmung.

1.Wie kann ein würdevolles Leben gestaltet gelingen?

 

Dafür brauchen wir innerhalb Weilburgs Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche sich außerhalb der Familie treffen zu können. Diese Treffs sollten Begleitung bieten. Die Studien von Emmy Werner ab den 50er Jahren zeigten, dass Kinder aus prekären Familiensituationen sich positiv entwickeln können, wenn sie außerhalb der Familien Erwachsene finden, die ihnen Halt geben und Vorbilder sind. Zu ähnlichen Ergebnissen kam der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky. Wir brauchen in der Stadt die Vereine mit ihrer Jugendarbeit, aber auch städtische Jugendräume in allen Stadtteilen.

Wir brauchen die Integration von Menschen, die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind. Wir haben einen Rückgang der Geburtenrate in Deutschland und die geburtenstarken Jahrgänge der 50/60er Jahre gehen in Rente. Viele Firmen finden keine Auszubildende in Weilburg und Umgebung.  Der Zugang zum Arbeitsmarkt gelingt über den Erwerb der Sprache. Die bestehenden Sprachangebote müssen erhalten werden. Dazu ist es notwendig, dass Förderanträge gestellt werden bzw. die ehrenamtlichen Kräfte brauchen von der Stadtverwaltung Unterstützung bei der Antragsstellung. In einer Arbeitsgruppe der Stadtverordnetenversammlung haben wir uns das Integrationskonzept der Stadt Weilburg angeschaut und die Weiterentwicklung nach 5 Jahren beschrieben. Das kann nur gelingen, wenn in der Stadtverwaltung eine Kontakt- und Koordinationsstelle vorhanden ist.

Wir haben in Weilburg Bewohner, die obdachlos geworden sind. Oftmals sind Erkrankungen, besonders auch psychische Erkrankungen und Süchte ein Grund für Wohnung- und Arbeitsplatzverlust. Sie gilt es zu begleiten mit den Ansätzen der sozialen Arbeit.

Wir brauchen neue innovative Lebens- und Wohnkonzepte für ältere Menschen. Gerade in der Pandemie haben wir erfahren, welche Nachteile es hat, wenn wir in großen Pflegeeinrichtungen leben. Wir brauchen keine „Wohnsilo“ für das würdevolle, selbstbestimmte Leben im Alter. Dazu ist es notwendig dezentrale Angebote zu schaffen und zu koordinieren.

Wir brauchen alternative Wohnkonzepte in den mehrere Generationen leben können auch in den Stadtteilen. Diese Projekte müssen beraten, unterstützt und begleitet werden von der Stadt Weilburg.

 

Schlussbetrachtung

In Weilburg investieren wir sehr viel in Brücken, Straßen und Gebäude. Sicher der städtische Haushalt zeigt auch große Investitionen in dem Kita-Bereich. Das ist gut so. Doch genauso wichtig ist es, die Initiativen in Weilburg städtischerseits zu unterstützen, zu beraten damit ein würdevolles Zusammenleben in Weilburg möglich ist.

[1] Es gab auch Frauen, wenn auch nur vier, die Einfluß auf die Erstellung des Grundgesetzes hatten:

Elisabeth Selbert, Friederike Nadig, Helene Weber und Helene Wessel

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